publikationen

 

andreas staudinger: PARADIESSUCHT 

roman; 450 seiten; wieser-verlag, klagenfurt, 2017
PARADIESSUCHT erzählt in form einer fingierten autobiografie das selbstbewusste scheitern eines in den späten sechzigerjahren entworfenen lebenskonzepts (angelehnt an das leben des 2010 verstorbenen gesamtkunstwerkers aramis). sprachmächtig, maßlos, zornig rechnet da ein zum „noah“ gewordener endgültiger aussteiger (sein letztes haus nennt er nicht zufällig „arche“), der alle stufen einer durch diese zeit geprägten individuation durchlaufen hat und schließlich vereinsamt auf seiner „paradies-insel“ am land, seinen freitod als kunstaktion plant, in briefen an seine letzte geliebte mit der gesellschaft ab.
die kultur der „achtundsechziger“ funktionierte nur deshalb in die breite, weil es einige ausnahmefiguren gab, die dieses so völlig neue lebensgefühl vorlebten. die geschichte dieser „helden-individuen“ (wie durkheim sie nennt), die exemplarische szenen, erzählungen begründen, die nachgelebt, nachempfunden werden können, wurde allerdings immer von ihrem glücklichen ende her erzählt, untermauert vom kommerziellen erfolg. es war die legende der beglaubigten, ikonisierten ausnahmefiguren, die story der dylans, jelineks, hundertwassers, nitschs und mühls dieser welt: freiheitserfahrung, gebunden an den erfolg! was aber wäre ein scheitern ohne erlösung? was bliebe da vom aufbruch, vom abhauen?
19,80 euro (plus 2,50 euro porto); zu beziehen über: info@schlosslind.at

      

STUBEN                                                                                                                                       fotobuch: gerhard maurer, gudrun zacharias; text: andreas staudinger

edition PRO:vinz 2017

fotobuch gerhard maurer, andreas staudinger      IMG_6376

BRACHEN                                                                                                                                                                                               fotobuch: gerhard maurer, gudrun zacharias; text: andreas staudinger

edition PRO:vinz 2016

bucheinband                                                                                                                                              andreas staudinger: DIE PYRAMIDEN VON VISOKO oder DINGE MEINES LEBENS 

roman; 420 seiten, gebunden, wieser-verlag, klagenfurt 2013
inspiriert von sachbüchern, der informationsfülle des internets, konversationslexika und antiker „ars memorandi“, zeichnet dieser „sachroman“  anhand zahlreicher dinge (von der ABC-FIBEL über den KÄRNTNER ANZUG, die KLOBRILLE bis zum ZWETSCHKENKNÖDL) das humorvolle porträt eines arbeitslosen buchhändlers, der nach einem brand in seiner wohnung plötzlich aller objekte ledig ist und vor die entscheidung gestellt, eine neue beziehung mit einer jüngeren frau einzugehen oder nicht, über die rekonstruktion der „dinge seines lebens“ (die immer auch an gewisse menschen gebunden waren) eben dieses wiederfinden will. so nebenbei entsteht dabei auch eine skurrile sozialgeschichte der letzten fünfzig jahre, denn jeder „gegenstand“ wird augenzwinkernd sowohl sachlich als auch privat anhand unterschiedlichster literarischer gattungen (vom prosatext, fragebogen, liste, märchen, monolog, aphorismus, gedicht bis hin zum dramolett) dingfest gemacht.

 andreas staudinger: BAUSTELLEN. über den ruinenbaumeister und gesamtkunstwerker aramis.
leykam verlag, graz 2012, 152 seiten, paperback;  kultur des öffentliche raums, band 2; herausgegeben in kooperation mit der steirischen gesellschaft für kulturpolitik
eine erste würdigung des avatgardistischen volkskünstlers und initators des „anderen heimatmuseums, baustelle schloss lind“  ARAMIS (1950-2010) in st.marein bei neumarkt/stmk.
eine breitere rezeption dieser singulären künstlerpersönlichkeit hat bisher noch nicht wirklich stattgefunden. sein breites nachgelassenes werk besteht aus unzähligen bildern, (un)orthodoxen ikonen, inszenierten objets trouvés (türen, schachteln, totenbrettern, etc.) aus unterschiedlichsten schaffensperioden, aus einem speziell für installationen zur österreichischen identität entwickelten heimatmusuem der anderen art, aus renovierten architektonischen objekten, regionalspezifischen interventionen im öffentlichen raum sowie zahlreichen briefen und texten.
andreas staudinger versucht im vorliegenden, reich illustrierten band den avantgardistischen volkskünstler, vor allem aber den bau-meister, kunst-handwerker und wiederbeleber (re-novator, re-vitaliseur) ARAMIS mit seinen drei ersten baustellen (dem herrenhaus blumau in oberösterreich, einem kleinen winzerhaus in glanz in der südsteiermark und dem bauerngehöft am rumpl nahe graz) und seinem opus magnum, dem gesamtkunstwerk „baustelle schloss lind / das ANDERE heimatmuseum“ vorerst einmal in den mittelpunkt zu stellen. und damit insbesondere seinen arbeits-, lebens- und wohnbegriff, den er auf eigenwillige weise mit seiner vorstellung einer wiederbelebten „volkskultur“ verband.

andreas staudinger: NACHTGÄNGE. inszenierte streifzüge von ort zu ort.
edition PRO:vinz 2011
diese “ortskundliche text- und bildzusammenstellung (das photomaterial stammt größtenteils von performativen projekten der letzten zwanzig jahre) versteht sich als materialspeicher, was die vielfältigkeit von orten betrifft, und als anregung, als ermutigung, orte neu zu be- oder umzudenken und zu begehen, sie also nicht nur nach bildhaften, ästhetischen kriterien zu “sehen”, aber auch als impuls, “theater” in einem weitläufigen sinn neu zu entdecken und zu verorten.

 
andreas staudinger: PIRSCH. materialien für ein topisches theater.
kaiser verlag, wien, 2008
 
 
 
 
 
 

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