sonderausstellungen

 5. mai – 31. oktober 2016 (17 – 20 uhr; täglich außer montag oder gegen telefonische voranmeldung)

2016

sonderausstellung I                                                                                                                      HALDE                                                                                                                                                        (konzept: martin dickinger, andreas staudinger)

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das outdoor-projekt HALDE ist eine fortsetzung der arbeit, die wir mit den sonderausstellungen “verschwindende dinge”, sowie “paradiessucht” begonnen haben und aramis auseinandersetzung mit den vorgefundenen materialien der region im ANDEREN heimatmuseum, das sich ja als eine art müllhalde der erinnerung präsentiert: der obstgarten vor  schloss lind als secondhand-natur (alles, was man draußen deponiert, wird ja langsam wieder zu natur). zusammen mit dem installationskünstler martin dickinger wollen wir “feldforschung” betreiben und den historischen müll, das “abgefallene” einer regionalen Kultur in einer groß angelegten installation (einem dingfeld) sichtbar machen.

sonderausstellung II (fotostadl)                                                                                            heimat forschung 1: BRACHEN                                                                                                 (fotobuch: gudrun zacharias, gerhard maurer; text: andreas staudinger)

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unterwegs in den brauchen der region um neumarkt: land, das zwischen einer ehemaligen und einer möglichen, zukünftigen nutzung liegt. leerstellen, ränder, übergangszonen, niemandsland: zwischenräume in zwischenzeiten. menschenleer, gebrauchsleer.

sonderausstellung III (kasematten-galerie)                                                                heimat forschung 2: DOKUMENTARFOTOS VON JOSEF PETZL  

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fotografien aus dem nachlass des neumarkter heimatforschers josef petzl, in kooperation mit dem „histAK neumarkt“: über mehr als zwanzig jahre widmete sich der neumarkter josef petzl der gehenden erforschung seiner heimat. das bei seinen wanderungen durch das neumarkter hochtal gefundene material dokumentierte er fotografisch und legte damit den grundstein zur wissenschaftlichen aufarbeitung der geschichte dieser faszinierenden kulturlandschaft. der 2015 gegründete verein „histak neumarkt“, der sich zum ziel gesetzt hat, zusammen mit dem johanneum graz endlich licht in diese letzte terra incognita der steirischen archäologiegeschichte zu bringen, erweist ihm mit dieser ausstellung eine letzte ehre.

sonderausstellung IV                                                                                                                 heimat forschung 3: DAS EIGENE & DAS FREMDE                                                    (konzept: ulli vonbank-schedler, werner koroschitz) aufgrund des großen interesses: übernahme dieser sonderausstellung des letzten jahres

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die ausstellung „das eigene und das fremde“ zeigt, in alphabetischer reihenfolge, 26 gegenstände die in einen bezug zur geschichte von schloss lind, des ortes neumarkt bzw. der region gestellt werden, um so die sozialen und politischen hintergründe der ereignisse zur zeit des nationalsozialismus zu veranschaulichen. die solcherart hergestellten sinnzusammenhänge verleihen selbst vertrauten dingen des alltäglichen gebrauchs einen anderen, fremd anmutenden charakter. mit arbeiten von martin dickinger, gisela erlacher, farad ibrahimovic, robert schabus und heimo wallner wird der inhaltliche bogen der ausstellung bis in die gegenwart gespannt.

2015

sonderausstellung I (2015):                                                                                                            das eigene & das fremde: das ANDERE heimatmuseum von A – Z

die ausstellung „das eigene und das fremde“ zeigt, in alphabetischer reihenfolge, 26 gegenstände die in einen bezug zur geschichte von schloss lind, des ortes neumarkt bzw. der region gestellt werden, um so die sozialen und politischen hintergründe der ereignisse zur zeit des nationalsozialismus zu veranschaulichen. die solcherart hergestellten sinnzusammenhänge verleihen selbst vertrauten dingen des alltäglichen gebrauchs einen anderen, fremd anmutenden charakter. mit arbeiten von martin dickinger, gisela erlacher, farad ibrahimovic, robert schabus und heimo wallner wird der inhaltliche bogen der ausstellung bis in die gegenwart gespannt.
konzept: werner koroschitz, uli vonbank-schedler

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sonderausstellung II im fotostadl (2015):                                                                               ein & dasselbe

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der ortsansässige fotograf gerhard petrlic, der dem ANDEREN heimatmuseum seit jahren verbunden ist und zahlreiche veranstaltungen dokumentiert hat, hat sich seit jahren einem monochromen projekt verschrieben, mit dem er „dem eigenen“ – also seiner nächsten umgebung – näher kommen will. über einen zeitraum von mehr als zehn jahren dokumentierte er einen einzigen baum am rande des dorfes, in dem er lebt. wie ein zen-buddhist seziert er dadurch scheinbar bekanntes und lässt wie bei der minimalmusik veränderungen in ihren feinsten nuancen sichtbar werden.
fotos: gerhard petrlic

 2014

sonderausstellung I (2014):                                                                                                           paradiessucht

als ein von allen einschränkungen, die uns das tägliche leben beschweren, befreiter ort finaler sehnsucht ist das paradies die vollendete projektion. das macht es zum notorisch, wenn nicht sogar zum meistüberschätzten ort überhaupt. schließlich ist das paradies eine utopie, also ein ort, der nicht ist (u-topos ist der nicht-ort). es ist die in der phantasie konkret gewordene vorstellung der vollkommenheit, eine art letzter schutzraum, ein wundersamer topos, der kein unglück oder unheil kennt. damit die vorstellung sich nicht ganz im ätherischen nebel der idee auflöst, verlangt die phanatasie nach futter in der wirklichkeit, nach materialisierten vorstellungen in raum und zeit.
diese paradiessucht zählt zu den ältesten träumen der menschheit. seit dem biblischen bild seiner vertreibung beschäftigt den menschen nichts mehr als die vorstellung vom garten eden und die anstrebung paradiesischer zustände im dies- oder jenseits. so unterschiedlich wie die vorstellungen vom angestrebten ziel selbst, die von der unsterblichkeit, ewiger jugend und schönheit über eine gerechte und ökologische weltordnung bis hin zu den heilsversprechen selbsternannter „einkaufs- oder seniorenparadiese“ reichen, sind auch die ideen vom weg dorthin. ist für die einen der weg schon das ziel, begeben sich andere mit hilfe von meditationen oder drogen auf die suche und wieder andere glauben durch die anhäufung materieller reichtümer dem paradies näher zu kommen.
in vielen religiösen vorstellungen wurde und wird das paradies im „himmel“ verortet. zu diesem „himmel“ gehört jedoch immer auch sein gegenstück: die „hölle“ (so wie zu den unterschiedlichsten paradiesverwirklichungen und utopien auch das regelmäßige scheitern derselben gehört). nebenlager des konzentrationslagers mauthausen, wie schloss lind von 1942-45 eines war, sind ganz sicher solche höllenorte. und auch damit muss sich eine ausstellung an einem ort wie diesem beschäftigen.
 in den beiden sonderausstellungen II und III gehen die photographInnen johannes puch und silvia biazzo der frage nach, was die natur aus schreckensorten gemacht hat: so hinterfragt puch die nachnutzung des areals um mauthausen und biazzo dokumentiert die inzwischen wieder längst unter der paradiesischen natur liegenden höllenorte in „unter den blumenteppich kehren“.
die ausstellung versteht sich als eine art paradiessuche/parcour in der die besucherInnen, geleitet von installationen der künstlerInnen sigrid elisa pliessnig (installationen) und martin schinagl (installationen, video), ihren persönlichen weg ins paradies finden können.
konzept: ANDREAS STAUDINGER; Installationen: SIGRID ELISA PLIESSNIG und MARTIN SCHINAGL; bilder: PETER KARLHUBER, MAX HOLZAPFEL

Kopie von Paradies_Plakat_Motive-1

sonderausstellung II im fotostadl (2014):                                                                                    unter den blumenteppich kehren fotos von SILVIA BIAZZO

eine spurensuche in ehemaligen konzentrationslagern

Silvia Biazzo-CoverPhoto-forWeb

sonderausstellung III im KZ-trakt (2014):                                                                              mauthausen-memorial fotos von JOHANNES PUCH

eine spurensuche rund um das ehemalige KZ mauthausen

Mauthausen

 2013 

sonderausstellung I (2013):                                                                                                           verschwindende dinge  

der rasante gesellschaftliche veränderungsprozess, der ja meist ein “verdrängungsprozess” ist (und die verdrängten produkte/dinge schlagartig zu nicht mehr reaparierbarem “müll” macht), lässt sich an gegenständen, die erst seit kurzer zeit aus dem verwertungskreislauf verschwunden sind, am besten zeigen. von der sense bis zur diskette, vom kassettenrekorder bis zur schreibmaschine spiegeln diese objekte einen technologischen wandel, der tiefe auswirkungen auf die alltagskultur hat.
konzept: andreas staudinger, britta sievers; objektbilder: peter karlhuber

Kopie von 310-001

sonderausstellung II im fotostadl (2013):                                                                                 sachverhalt  fotos von gerhard maurer

“ansichtssachen aus der region murau”

gerhard maurers fotos zeigen alltägliches und gewohntes, motive die für viele als nicht betrachtenswert gelten, jedoch immer einen speziellen sachverhalt dokumentieren, nicht nur, weil sie eben zum gewohnten gehören, sondern auch deshalb, weil sie keiner kategorie des schönen und betrachtenswerten entsprechen.

sachverhalt

2012 

sonderausstellung I (2012):                                                                                                          trennungen verbindungen, ein projekt der REGIONALE XII

eine interventionistische ausstellung von bernhard kathan.

wir neigen dazu, verbindendes positiv und trennendes negativ zu betrachten. tatsächlich ist das eine nicht ohne das andere zu denken. leben ist vielmehr eine einzige abfolge von verbindungen und trennungen. die ausstellung versteht sich als einladung zu einem spaziergang durch das historische gebäude, dessen wechselvolle geschichte zahllose spuren hinterließ, aber auch als einladung, diesen ansatz weiterzudenken. während der ns-zeit etwa diente schloss lind als außenlager des konzentrationslagers mauthausen, nach 1945 wurde es sich selbst überlassen. die aufarbeitung verdankt es dem künstler aramis, der sich von 1996 bis zu seinem tod im jahr 2010 in seinen ›assoziativen installationen‹ intensiv mit dem schloss beschäftigt hat. trennungen verbindungen nimmt mehrfachen bezug auf die geschichten des hauses und darauf, was das ANDERE heimatmuseum aufgearbeitet hat.

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sonderausstellung II im fotostadl (2012):                                                                              verschwundene wege/getrennte verbundungen  

photoarbeiten von florian lierzer

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2011

sonderausstellung I (2011):                                                                                                        mit der sense philosophieren (aramis und die körperliche arbeit)

photoarbeiten von florian lierzer und gerhard petrlic
konzeption: andreas staudinger, britta sievers

sonderausstellung II (2011):                                                                                                         DIASPOREN. ZIRKULARE (zur ausbreitungsökologie der pflanzen) WETTERBERICHTE (briefe von aramis – eine Installation)

„aramis hat ein beeindruckendes und höchst irritierendes gesamtkunstwerk hinterlassen, ein werk, dessen bedeutung vermutlich erst in der zeitlichen distanz erkannt werden wird. das ANDERE heimatmuseum wird sich nicht, soll es ein lebendiges museumsprojekt bleiben, in der art und weise wie es von aramis betrieben wurde, fortführen lassen. zu sehr war es mit seiner person, letztlich mit seinem körper verbunden. wohl aber ist es möglich, von seiner arbeit wie seinen fragestellungen auszugehen.
einen diesbezüglichen versuch möchte ich mit einem disaporenprojekt unternehmen.“
(bernhard kathan)
konzeption: bernhard kathan

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